Der Lechfall bei Füssen

Titelbild: © Leo Schindzielorz – leofotografie.de

Beeindruckendes Naturschauspiel und beliebtes Ausflugsziel im Ostallgäu

Tosende Wassermassen umgeben von einer faszinierenden Felsenschlucht: Das ist der imposante Lechfall bei Füssen. Erfahren Sie alles über den leuchtend türkisblauen Wasserfall und wie Sie Ihren Ausflug von Oberstaufen aus perfekt gestalten.

Der Lech zählt zu den letzten wilden Flussläufen der Alpen. Seine beiden klaren Quellbäche entspringen im Vorarlberg. Er windet sich durch ursprüngliche Berglandschaften, Hochtäler, Schluchten und Wälder, bis er bei Marxheim in die Donau mündet. Kurz bevor er die Stadt Füssen im Ostallgäu erreicht, bietet er Ihnen ein Naturschauspiel der besonderen Art: den Lechfall. Ein Ausflug dorthin von Oberstaufen aus ist ein unvergessliches Erlebnis im Allgäuurlaub – perfekt zu kombinieren mit Kultur und Natur.

Das Phänomen Lechfall – Naturwunder
und Ingenieurskunst:

Wenn Sie einen Ausflug von Oberstaufen aus planen, ist der Lechfall eine Top-Destination. Er stellte eine perfekte Verschmelzung von faszinierender Natur und beeindruckender Ingenieurskunst dar. Er befindet sich im Süden von Füssen am Ende der etwa 20 Meter tiefen Lechklamm. Ende des 18. Jahrhunderts fiel die Entscheidung, die natürliche Wasserkraft des Flusses zu nutzen. Im Rahmen des Baus eines Stauwehrs wurde ein Wasserfall angelegt. Der Lechfall ist bis heute ein sehenswertes Schauspiel. Auf einer Breite von rund 80 Metern stürzt sein Wasser über eine fünfstufige Felsschwelle etwa 12 Meter tief hinab.

Ein Blick auf die umgebenden Berghänge lässt erahnen, wie lange es gedauert hat, bis das alpine Wasser nach dem Ende der Eiszeit die Lechschlucht in die Kalkfelsen geschnitten hatte. Deutlich zu sehen ist die berühmte Färbung des Wassers, das leuchtende „Lech-Türkis“. Eine Kombination aus Mineralien und vergleichsweise niedrigen Temperaturen erzeugt diese Farbe. Die Mineralien stammen aus den Alpen, in denen das Gletschereis durch hohen Druck Gestein zu feinen Partikeln zermahlt. Bei der Schmelze entsteht Gletschermilch, ein mineralstoff- und partikelreiches, trübes Wasser, das in den Lech fließt.

Tosendes, türkisblaues Wasser fließt über die fünfstufige Felsschwelle des Lechfalls in Füssen.
Titelbild: © Leo Schindzielorz – leofotografie.de

Das Erlebnis vor Ort – der Maxsteg und der Magnustritt:

Ganz gleich, zu welcher Jahreszeit Sie im Allgäu Ihren Urlaub verbringen: Der Lechfall ist immer ein einmaliges Erlebnis. In der warmen Jahreszeit führt der Fluss mehr Wasser. Dann ist die Wucht der hinabstürzenden Fluten besonders eindrucksvoll. Im Winter verwandelt Schnee die Umgebung des Wasserfalls in eine Märchenlandschaft. Den besten Blick auf den Lechfall haben Sie vom Maxsteg aus. Eigentlich heißt die Fußgängerbrücke König-Max-Steg, gewidmet König Maximilian II. Bei ihrem Bau im Jahr 1895 wurde sie so angelegt, dass sie einen optimalen Blick auf den Lechfall und die Lechklamm bietet. Hier können Sie das Schauspiel in Ruhe genießen und tolle Erinnerungsfotos von Ihrem Ausflug machen.

Wenn Sie im Ostallgäu am Lechfall wandern, besuchen Sie den Magnustritt. Er erinnert an die Zeit, als der heilige Magnus als Missionar im Allgäu umherreiste. Der Legende nach musste er vor heidnischen Verfolgern fliehen. An der Lechklamm entschloss er sich, im Vertrauen auf Gott über die Schlucht zu springen. Dabei hinterließ er einen Fußabdruck im Felsen. Lange Zeit war diese Stelle Wallfahrtsort. Bis heute können Sie die Vertiefung im Felsen sehen. Vom Lechfall aus befindet sie sich eine kurze Strecke flussaufwärts. Gut sichtbar sind das Eisenkreuz und die dazugehörigen Figuren, die die Stelle des Magnustritts markieren.

Praktische Tipps für Ihren Besuch am Lechfall bei Füssen

Planen Sie einen Tagesausflug zum Lechfall ein, wenn Sie in Oberstaufen Ihren Urlaub verbringen. Füssen und die Lechklamm sind gar nicht weit entfernt. Die Anreise führt Sie durch die herrlichen Landschaften des Voralpenlandes. In rund 40 bis 50 Minuten haben Sie Füssen erreicht. Wo Sie am besten parken, hängt davon ab, ob Sie den Besuch mit einer Wanderung verbinden möchten. Es gibt begrenzte Parkmöglichkeiten an der Tiroler Straße (B 17). Von hier aus erreichen Sie den Maxsteg in wenigen Schritten. Diese Parkplätze sind auch zu empfehlen, wenn Sie kleine Kinder oder Ihren Hund dabei haben. Während der Hochsaison sind diese Parkplätze schnell belegt. Dann lohnt es sich sehr frühzeitig anzureisen. Weitere gute Parkmöglichkeiten befinden sich beispielsweise am Walderlebniszentrum. Sie sind ideal, wenn Sie am Lechfall wandern wollen. Von hier aus sind es rund 10 Minuten zu Fuß bis zum Lechfall. Direkt am Maxsteg steht ein Behindertenparkplatz zur Verfügung. Außerdem gibt es eine barrierefreie Aussichtsplattform.

Im Kiosk direkt am Lechfall erhalten Sie Eis, Getränke, kleinere Mahlzeiten sowie Souvenirs. Im Umkreis von einem Kilometer finden Sie mehrere Restaurants, darunter ein Steakhaus, Pizzeria und ein Restaurant mit lokalen Spezialitäten.

Luftaufnahme des Lechfalls bei Füssen mit leuchtend türkisblauem Wasser und Kiesbank aus der Vogelperspektive.
Titelbild: © Leo Schindzielorz – leofotografie.de
Der mehrstufige Lechfall bei Füssen stürzt in die enge Klamm mit Blick auf verschneite Allgäuer Berge.
Titelbild: © Leo Schindzielorz – leofotografie.de

Perfekt kombinieren:
Weitere Highlights in Füssen:

Wandern am Lechfall ist ein herrliches Erlebnis für alle Naturfreunde. Doch die Kultur kommt nicht zu kurz. In Füssen, Bayerns höchstgelegener Stadt, treffen die Romantische Straße und die Deutsche Alpenstraße aufeinander. Kloster St. Mang und die Altstadt mit bunt bemalten Häusern erkunden Sie auf einem Stadtrundgang. Anschließend geht es zum Hohen Schloss. Das eindrucksvolle Burgschloss mit weißen Mauern und roten Dächern erhebt sich weithin sichtbar über der Stadt. Ein besonderes Merkmal sind die Illusionsmalereien an den Mauern. Sie vermitteln den Eindruck, die gemalten Fenster und Erker wären tatsächlich echt.

Für Naturfreunde und Familien hat das Walderlebniszentrum Ziegelwies viel zu bieten. Ausstellungen und Naturlehrpfade geben einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt und Schönheit der alpinen Natur. Höhepunkt ist der Baumkronenweg. Auf der 480 Meter langen Holzkonstruktion haben Sie einen herrlichen Ausblick über die Baumwipfel bis hin zu den Bergen. Weit unten erkennen Sie das türkisblaue Wasser des Lechs.

Unweit von Füssen beginnt der Schwangau. Somit haben Sie die Möglichkeit die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau zu besuchen. Schloss Neuschwanstein, der ambitionierte Prachtbau Königs Ludwigs II. von Bayern, zählt zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands. Doch Schloss Hohenschwangau ist ebenso beeindruckend und interessant. Kronprinz Maximilian von Bayern ließ das Gebäude im 19. Jahrhundert zu einem romantischen Wohnschloss umbauen. Beide Schlösser im Schwangau können Sie nur im Rahmen einer Führung besichtigen.

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